The Pinnacles – Auf den Gipfeln der Coromandel

Nach der langen Winterpause war am Montag in Neuseeland endlich mal wieder ein Feiertag und zwar Labour Day, der Tag der Arbeit. Dementsprechend hatten wir ein verlängertes Wochenende, das Labour Weekend genannt wird und als Start in die Sommersaison gilt.

Nachdem unsere letzte längere Wanderung schon etwas zurück lirgt (siehe Tongariro Northern Circuit), dachten wir uns, wir fahren auf die Coromandel. Von Thames aus ging es noch etwa eine halbe Stunde eine kleine, kurvenreiche Straße entlang, die schließlich in eine Schotterstraße überging, bis wir am frühen Nachmittag endlich den Parkplatz und somit den Startpunkt der Wanderung auf die 759 Meter hohen Pinnacles erreichten. Das Wetter war ausnahmsweise der Vorhersage treu und so zogen wir mit unseren beiden großen Rucksäcken bepackt im Nieselregen los. Anfangs war der Weg ein relativ ebener Schotterweg. Als wir an einen Fluss kamen, befürchteten wir, dass wir über die Steine darüber balancieren müssten. Aber ein paar Meter flussaufwärts war eine Brücke, die als Flood Detour ausgeschildert war. Mittels dieser abenteuerlichen Brücken mussten wir den Fluss noch einige Male überqueren, bevor der Weg erst steil und schließlich in endlose Treppenstufen überging. Manche von ihnen waren mehr als kniehoch und die Wanderung wurde langsam wirklich anstrengend. Durch den anhaltenden Regen gab es auch viele kleinere und größere Pfützen und matschige Stellen. Manchmal kamen wir an Punkte, an denen wir dachten, hier müsse es einen tollen Ausblick geben, wenn die Wolken nicht so tief hängen würden. Nach etwa drei Stunden erreichten wir die Pinnacles Hut, wo wir die Nacht verbrachten.

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Die Hütte hat 80 Betten in zwei Schlafsälen verteilt und war komplett ausgebucht. Eine Gruppe mit 30 Mann hatte jedoch wetterbedingt abgesagt und so hatten wir doch ein wenig mehr Platz für uns. Überall wurde nasse Kleidung aufgehängt, die teilweise noch tropfte, sodass man aufpassen musste, wo man seine Sachen hinstellte. Mir war allerdings schnell klar, dass bis morgen wohl nichts davon trocknen würde. Die Küche war unglaublich gut ausgestattet und hatte neben Gaskochern sogar Töpfe, Pfannen und Besteck. Am kohlebeheizten Ofen tummelten sich die durchnässten und frierenden Wanderer. Eine junge Französin hatte wohl keine Ersatzkleidung. Damit sie nicht nur in Unterwäsche vor dem Ofen sitzen musste, wickelte sie sich in eine Rettungsdecke ein, also diese silberne Folie aus dem Erste Hilfe Kasten. Bei jeder Bewegung knisterte es und alle haben sie köstlich darüber amüsiert.

Gegen 5 Uhr morgens fingen die ersten Leute an ihre Sachen zu packen und nachdem wir beide nicht mehr schlafen konnten, beschlossen auch wir gegen halb 6 Uhr aufzustehen. Nach einem kurzen Frühstück machten wir uns noch vor Sonnenaufgang wieder auf den Weg. Von der Hütte aus, wo wir unsere Rücksäcke zurückliesen, war es nochmal eine gute halbe Stunde bis zum Gipfel. Das letzte Stück war so steil, dass Metallbügel als Leiter in den Fels verankert wurden. Oben angekommen, wurden wir für jegliche Anstrengung belohnt: Die ersten Sonnenstrahlen am wolkenlosen Himmel tauchten die sanften, grünen Hügel in ein zauberhaftes Licht. Dazwischen ragten schroffe Felsen in die Höhe und in den Tiefen lag noch der Nebel in den Tälern. In der Ferne konnten wir die Hütte im Wald entdecken. Der Ausblick war einfach gigantisch und das Gefühl, dass man selbst ganz oben auf dem Gipfel steht war einzigartig, gar unwirklich!

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Auf dem Rückweg holte uns der aufsteigende Nebel schnell ein, sodass wir, wie schon am Vortag, durch trübe Suppe wanderten. Dennoch kamen uns überraschend viele Leute entgegen, die die Wanderung an einem Tag machten.

2 Comments

  1. Avatar Ms. Mechanical Kiwi

    Wow, so sieht der Ausblick also aus, wenn man nicht im Nebel steht! schöne Fotos!
    Ich hatte die Wanderung damals auch an einem Tag gemacht. Das geht zwar, am Ende kann man aber seine Füße kaum noch heben und es wird schneller dunkel, als einem lieb ist 😉

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