South Island (3/4) – Stewart Island

Nach unserer Ankunft in Dunedin (Hier geht’s zum ersten Teil unserer Reise) und der Fahrt durch die Catlins (Hier geht’s zum zweiten Teil unserer Reise) machten wir uns auf den Weg nach Invercagill, um unserer Vorräte aufzustocken. Nach Besichtigung des Wasserturms und der Botanischen Gärten fanden wir heraus, dass unsere Fähre nach Stewart Island an diesem Tag wegen Sturm nicht fahren würde, sodass wir eine weitere Nacht in Invercargill verbrachten.

So machten wir uns am nächsten Morgen erneut auf den Weg nach Bluff, wo sich der Fähranleger befindet. Bluff ist zudem die südlichste Stadt Neuseelands, wo auch der State Highway 1 anfängt. Wenn man in Deutschland sagt „Von Flensburg bis Garmisch„, sagt man in Neuseeland „Von Cape Reinga bis Bluff„.

Am Anfang des State Highway 1 befindet sich außer dem Wegweiser noch eine riesige Kette oder zumindest ein paar Glieder davon. Als wir auf Stewart Island das Gegenstück dazu fanden, fragten wir uns, was es damit wohl auf sich hätte und machten uns schlau:

Laut einer Sage aus der Māorikultur wird Neuseelands Südinsel als das Kanu des Halbgotts Māui angesehen und Stewart Island diente als sein Anker.  Somit handelt es sich bei der riesigen Kette um die Ankerkette des Halbgotts. Die Nordinsel ist übrigens der Fisch, den Māui an seiner Angel hatte. Alles ziemlich kompliziert und unter anderem hier nachzulesen.

A 

Zwischen den beiden Kettenbildern von Bluff und Stewart Island lag die einstündige Überfahrt mit der Fähre. Obwohl man Fähre sagt, befördert das Schiff nur Personen und ist nicht sonderlich groß. Nachdem am Vortag wegen Sturm nicht gefahren werden konnte, war auch an diesem Tag die Fahrt sehr unruhig und das kleine Boot hüpfte nur so durch die Wellen. Die Mitarbeiter kamen gar nicht mehr nach, Kotztüten auszuteilen und wieder einzusammeln. Auch uns ging es nicht sonderlich gut, aber wenigstens blieben unsere Tüten leer.

In Oban, der einzigen Stadt auf Stewart Island, angekommen, brachten wir einen Teil unseres Gepäcks zum Hostel und machten uns auf die dreitägige Wanderung des Rakiura Tracks. Am ersten Tag verlief der Weg entlang der Küste. Man hatte dadurch immer wieder tolle Ausblicke auf das Wasser. Der zweite Tag stellte sich leider als mehrstündige Wanderung durch einen recht langweiligen, aber dafür umso matschigeren Wald heraus. Abends auf der Hütte waren wir immer wieder auf der Jagd nach Kiwis. Die flugunfähigen Vögel sind nachtaktiv und wir wollten unbedingt einen sehen. Leider kam uns jedoch nur ein Possum vor die Linse. Auch die Landschaft des dritten Tags war nur wenig besser, sodass wir froh waren, als wir zurück in die Zivilisation kamen.

  

Zurück in Oban legten wir unsere großen Rucksäcke im Hostel ab und begaben uns nach einer kurzen Pause erneut auf den Weg. Einer der Aussichtspunkte soll hauptsächlich zum Bestaunen der Polarlichter genutzt werden. Obwohl wir am Abend eine klare Sicht ohne Wolken hatten, war die Vorhersage für die Aurora Australis, die Südlichter, dermaßen schlecht, dass wir uns gar nicht erst auf den Berg aufmachten. Stattdessen gingen wir in den Hafen hinunter. Dort konnten wir in der Abenddämmerung den kleinen Bruder des Gelbaugenpinguins, den Zwergpinguin, beobachten, der nur etwa 40 Zentimeter groß wird.

Obwohl wir auf den Hütten echt nette Leute kennengelernt haben, welche interessante Geschichten zu erzählen hatten, wäre es im Nachhinein wahrscheinlich besser gewesen, einige Nächte in Oban zu verbringen und von dort aus Tagesausflüge zu machen. Kiwis soll man wohl auch rund um den Ort entdecken können, wurde uns gesagt. Hier geht’s zum letzten Teil unserer Reise.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.