Kurztrip in den Süden Sydneys

Bene’s Firma hat mich eingeladen, Bene übers Wochenende im Süden Sydneys zu besuchen. So einen kostenlosen Kurztrip ließ ich mir natürlich nicht entgehen.

Nachdem es momentan nicht so viel Auswahl an internationalen Flügen gibt, bat ich auf meiner Arbeit nach einem verfrühten Feierabend am Freitag und fuhr direkt von dort zum Flughafen. Premium Check-in und Lounge-Zugang versüßen die Zeit auf dem sonst ziemlich ausgestorbenen Flughafen.

Wenn Neuseeländer nach Sydney fliegen, gehen sie dort gewöhnlich groß shoppen, wenn man schon mal in der großen, weiten Welt ist. Dementsprechend fuhren wir, nach dem Bene mich vom Flughafen abgeholt hatte, gleich weiter zum nahe gelegenen IKEA. Da ich ohne Aufgabegepäck angereist war, konnte ich die vier Esszimmerstühle im zurück problemlos als normales Gepäck aufgeben. Neben IKEA gab es einen Decathlon, der sogar noch knapp eine Stunde geöffnet hatte. Neue Laufschuhe im Sonderangebot!

Den Samstagmorgen verbrachten wir traditionell beim örtlichen Parkrun, ein kostenloser 5km Lauf, der weltweit an unzähligen Orten von Freiwilligen organisiert wird. Es war erst das 17. Event für Casula Parklands (verglichen mit knapp 400 Events in Süd-Auckland). Recht idyllisch am Fluss gelegen, waren nur 38 Läufen anwesend. Kein Wunder, dass ich dort auf dem 11. Platz gelandet bin (sogar 1. von den Frauen) und Bene auf dem 13. Platz.

Am Wendepunkt auf halbem Weg - Casula Parklands Parkrun
Am Wendepunkt auf halbem Weg – Casula Parklands Parkrun

Am späten Vormittag zogen wir zu unserem Wanderausflug in den Royal National Park los. Zwei kleinere Wanderungen starten in dem Küstenort Bundeena.

Als Erstes machten wir uns zu den Felsgravuren am Jibbon Head auf. Anfangs ging der Weg am Strand entlang. Dort waren trotz des frischen Winds kaum Wellen, da es sich um eine kleine Einmüdung handelte.

Beschilderung am Wegesrand
Am Strand bei Bundeena
Am Strand bei Bundeena
Der Strand geht in einen Küstenwanderweg über
Der Strand geht in einen Küstenwanderweg über

Kaum kamen wir um die Ecke, um auf den Ozean (genau genommen die Tasman See) zu sehen, wurde die Brise steifer und die Wellen höher.

Schlecht Wetter droht und bringt große Wellen mit sich
Schlecht Wetter droht und bringt große Wellen mit sich

Die Felsgravuren wurden von dem ansässigen Aborigines, den Dharawal, vor über tausend Jahren in den weichen Sandstein geritzt. Deswegen sind die Kunstwerke sehr anfällig und teilweise nur schlecht zu erkennen. Am besten hat mir dieses hier gefallen. Für mich sieht es wie eine Mischung aus einem Fuchs und einem Hase aus. Vermutlich soll es jedoch eine besonders kleine Känguruart darstellen, die inzwischen ausgestorben ist.

Felsgravuren am Jibbon Head
Felsgravuren am Jibbon Head

Die zweite Wanderung führt auf dem Coast Track, dem Küstenwanderweg entlang. Wir gingen nur einen kurzen Abschnitt, der komplette Weg ist jedoch als zweitägige Wanderung mit Übernachtung im Zelt ausgeschrieben.

Vom Meer her zogen immer mehr Wolken herein und auch der Wind nahm immer mehr zu. Das Wetter passte somit sehr gut zur rauen Küste und den spitzen Felsvorsprüngen.

Sandsteinformationen am Küstenwanderweg
Sandsteinformationen am Küstenwanderweg
Sandsteinformationen am Küstenwanderweg

Das Highlight der Wanderung sollte der Wedding Cake Rock sein. Der besonders helle Sandstein erinnert mit seiner markanten Form wohl an moderne Hochzeitstorten, die ja heutzutage auch oft viereckig und mit extra viel Buttercreme sind. Hier ist das Foto, wie man es auf Instagram hochladen würde.

Instagram-würdiges Foto vom Wedding Cake Rock

Und hier ist, wie es dort eigentlich aussah und auch gleichzeitig der Grund, warum der Wedding Cake Rock nicht mein Highlight der Wanderung war. Geologen haben ermittelt, dass der Fels jederzeit abbrechen und in die Tiefe stürzen kann. Sie geben dem Felsen noch maximal zehn Jahre. Da Menschen im Generellen aber dumm sind und das perfekte Foto sowieso viel wichtiger ist als Warnungen und Schilder, ist der Zaun so hoch, dass ich auf Zehenspitzen gerade noch so darüber gucken kann. Wegen ein paar dummer Menschen müssen sich alle andere nun den hässlichen Zaun anschauen und nutzen tut es erst nichts. Als wir dort waren, ist einer über den Zaun geklettert, um sich auf dem Felsen sitzend fotografieren zu lassen. Er kletterte zurück, war wohl unzufrieden mit dem Foto und kletterte doch glatt noch ein zweites Mal rüber. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.

Wedding Cake Rock hinter hässlichem Zaun
Wedding Cake Rock hinter hässlichem Zaun

Am Sonntag haben wir den Australian Botanic Garden Mount Annan besucht. Es ist der größte botanische Garten in Australien, der zudem nur einheimische Pflanzen zeigt, und von sich selbst behauptet, er sei wie ein Museum, nur mit lebenden Objekten.

Das Logo des botanischen Gartens als Skulptur
Das Logo des botanischen Gartens als Skulptur
Australischer Ibis
Australischer Ibis
Australian Wood Duck mit vergleichbar kurzem Schnabel
Mähnengans (Australian Wood Duck) mit vergleichbar kurzem Schnabel
Ein Schild erklärte wortreich wie dieser Knoten als Symbol der Liebe gilt - Kunstbanausen bezeichnen es jedoch eher als Brezel
Ein Schild erklärte wortreich, wie dieser Knoten als Symbol der Liebe gilt – Kunstbanausen bezeichnen es jedoch eher als Brezel
Eine Familie Wallabys (eine mittelgroße Känguru Art)
Eine Familie Wallabies (eine mittelgroße Känguru Art)
Ein Freiwilliger stellt sich als Zeiger für die Sonnenuhr zur Verfügung
Ein Freiwilliger stellt sich als Zeiger für die Sonnenuhr zur Verfügung

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