Tongariro Alpine Crossing

Am Mittwochmorgen packten wir unserer Rucksäcke erneut, um die 20 Kilometer lange Tageswanderung Tongariro Alpine Crossing zu wagen. Dabei überquert man den Bergsattel zwischen den beiden Vulkanen Mount Tongariro und Mount Ngarauhoe. Letzterer ist als „der Schicksalsberg“ aus der „Herr der Ringe“-Triologie bekannt.

Kurz nach 7 Uhr brachen wir in Turangi auf und fuhren zum Mangatepopo Parkplatz. Dort setzte Bene uns drei ab und fuhr alleine an das 30 Minuten entfernte Ende der Wanderung, den Ketetahi Parkplatz. Dank vorgebuchtem Parkplatz und Bustransfer stieß Bene eine Stunde später wieder zu uns. Wir hatten in der Zwischenzeit an der Mangatepopo Hut gewartet und ein ausgedehntes Frühstück eingelegt. Die Übernachtungsgäste waren gerade am Aufbrechen und der Ranger putzte bereits Toiletten und Küche.

Tongariro Alpine Crossing - 20 Kilometer quer durch Mordor

Mangatepopo Hut – Blick auf Mount Ngauruhoe

Durch unser morgendliches Hin- und Hergefahre hatten wir zwar dreimal 30 Dollar für den Shuttle gespart, dafür aber über eine Stunde Zeit verloren. Als es um 9.30 Uhr auch für uns endlich losging, war der größte Ansturm bereits vorbei, sodass wir mit deutlich weniger Menschenmassen zu kämpfen hatten als vor drei Jahren. Damals hatten wir den viertägigen Tongariro Northern Circuit mit Übernachtungsgepäck erfolgreich bewältigt. Hier kann der Bericht noch einmal nachgelesen werden:

Tongariro Northern Circuit

Tongariro Alpine Crossing - 20 Kilometer quer durch Mordor

Auf dem Weg zu den Soda Springs

Von der auf 1.190 Metern gelegenen Mangatepopo Hut führte ein gemütlicher Weg das Tal hinauf bis zu den Soda Springs, einem kleinen Wasserfall. Mount Ngarauhoe versteckte sich leider immer wieder hinter den Wolken. Und auch die Aussicht auf den 130 Kilometer entfernten Mount Taranaki war durch Hochnebel verdeckt.

Tongariro Alpine Crossing - 20 Kilometer quer durch Mordor

Soda Springs

Nach einer kurzen Toilettenpause an den Soda Springs war dann aber auch schon Schluss mit lustig. Das Devil’s Staircase machte ihrem Namen alle Ehre. Über unzählige Stufen stieg der Weg in kürzester Zeit von 1.400 auf 1.650 Höhenmeter an. Anschließend folgte die Durchquerung des topfebenen South Crater und der finale Anstieg zum 1.900 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkt auf den Red Crater. Dort oben pfiff der Wind so stark, dass wir erst bei den türkisgrünen Emerald Lakes eine Mittagspause einlegten.

Tongariro Alpine Crossing - 20 Kilometer quer durch Mordor

Blick vom Devil’s Staircase

 

Tongariro Alpine Crossing - 20 Kilometer quer durch Mordor

South Crater

 

Tongariro Alpine Crossing - 20 Kilometer quer durch Mordor

Kurz vor dem finalen Aufstieg

 

Tongariro Alpine Crossing - 20 Kilometer quer durch Mordor

Blick vom höchsten Punkt auf den South Crater und Mount Ngauruhoe

 

Tongariro Alpine Crossing - 20 Kilometer quer durch Mordor

Red Crater

 

Tongariro Alpine Crossing - 20 Kilometer quer durch Mordor

Emerald Lakes

An den Emerald Lakes teilte sich der Weg des Tongariro Alpine Crossing von dem des Tongariro Northern Circuits. Zur Hütte ging es rechts den Berg hinunter. Zum Parkplatz ging es jedoch quer über den Central Crater zum Blue Lake hinüber. Von dort aus sah man zum letzten Mal den Mount Ngauruhoe.

Für den Abstieg eröffnet sich dafür ein anderer, ebenso eindrucksvoller Ausblick auf den Lake Taupo. Über unzählige Windungen schlängelte sich der Weg den Berg hinunter, an der Ketetahi Hut vorbei in den Wald hinein. Obwohl wir am Morgen auf 1.100 Metern gestartet waren, ging der Abstieg bis auf 750 Meter hinunter.

Tongariro Alpine Crossing - 20 Kilometer quer durch Mordor

Blick auf den Central Crater und Mount Ngauruhoe

 

Tongariro Alpine Crossing - 20 Kilometer quer durch Mordor

Blick auf den Lake Taupo beim Abstieg

Um 16 Uhr erreichten wir nach gut sieben Stunden erschöpft den Parkplatz. Ohne Übernachtungsgepäck und Essen für vier Tage war der Anstieg deutlich leichter. Die Strecke der Tageswanderung ist mit knapp 20 Kilometern aber auch um einiges länger als die 13 Kilometer lange Etappe des Tongariro Northern Circuit.

 

Das Tongariro Alpine Crossing ist wirklich fantastisch und die abwechslungsreiche Landschaft unbeschreiblich. Die zweite Hälfte war uns bisher unbekannt gewesen und wir sind froh, das Crossing noch einmal gegangen zu sein.

Je nach Jahres- und Uhrzeit sind die Menschenmassen durchaus überschaubar. Durch Länge und Steigung ist die Wanderung recht anspruchsvoll, aber dennoch unbedingt empfehlenswert. Die Parksituation wird zunehmend schwieriger. Aber dadurch, dass die Wanderung an sich nichts kostet, kann man sich einen privaten Parkplatz mit Busshuttle schon mal leisten.

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