Fishing Charter

Am Wochenende lud unser Chef meine Abteilung zum Fishing Charter ein. Dazu hatte er ein kleines Fischerboot samt Angeln und Kapitän angeheuert („to charter“ ist englisch für „anheuern“).

Also fuhren wir am Samstagmorgen mit drei Autos von Auckland auf die Coromandel. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Thames kamen wir gegen Mittag an der Hannaford’s Wharf, etwas südlich von Coromandel Town, an.

Mit zehn Leuten an Board plus dem Kapitän fuhren wir hoch motiviert los. Der für das kleine Boot viel zu große Motor ließ das Boot rasant, aber unheimlich laut, über die Wellen zischen. Vorsorglich machten am Ufer bereits die Sealegs* die Runde.

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Zielsicher steuerte der Kapitän auf die Muschelfarmen im Firth of Thames zu. Dort war gerade ein Schiff am Werk, die Grünschalmuscheln zu ernten. Das soll Fische in Scharen anlocken und das wiederum lockt Fishing Charter Boote in Scharen an. Wie die Möwen kreisten mehr als ein halbes duzend Boote um das Ernteschiff.

Nachdem es in der Vergangenheit wohl öfter zu Zwischenfällen kam, müssen Freizeitangler inzwischen mindestens 30 Meter Abstand zum Muschelernter halten.

Als Köder wurden kleine Sardinen verwendet, welche gefroren in Boxen zu fünf Kilogramm eingekauft werden können. Gehälftet oder gedrittelt wurden diese dann an die Haken gesteckt. Eine Angel hatte dabei zwischen einem und drei Haken.

Ganz nach der Vorhersage der Fachkundigen ließ der erste Biss nicht lange auf sich warten.

Fast alle Fische, die wir an diesem Tag gefangen haben, waren Snapper, ein Verwandter des Barschs. Etliche zu kleine Fische mussten wir aber wieder zurück ins Wasser werfen. Für die Region Auckland/Coromandel müssen Snapper mindestens 30 Zentimeter haben, damit sie legal sind. Zudem dürfen pro Person und Tag nur maximal sieben Snapper mitgenommen werden. Deswegen fragt man nicht: „Wie viele hast du gefangen?“ sondern „Wie viele hast du in die Kühlbox getan?“ Die Anzahl der zu kleinen Fische ist irrelevant.

Bei den größeren Fischen wird dann gerufen: „Yeah! That’s a keeper!“ (vom englischen „to keep“ für „behalten“).

Am Ende des Tages hatten wir zu zehnt 28 Fische gefangen, die groß genug waren, um sie zu behalten. Entgegen meiner Erwartungen nimmt aber nicht jeder so viele Fische mit nach Hause, wie er gefangen hat, sondern es wird fair aufgeteilt. Mir wurden ein Mittlerer und zwei Große zugeteilt.

Am Sonntag haben wir dann erst einmal ein paar Videos im Internet angeschaut, um herauszufinden, was wir mit den drei Fischen nun machen. Auf der Terrasse machte sich Bene ans Werk, diese zu filetieren. Eine riesen Sauerei, sag ich euch! Paniert und in der Pfanne gebraten reicht uns das nun mindestens für drei Abendessen!

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