Ben Lomond Track

Eine Fahrt mit der Gondel auf Queenstown’s Hausberg sollte man sich nicht entgehen lassen, wenn man schon einmal da ist. Mit 39 Dollar pro Person ist diese jedoch der totale Wucher. Also überlegten wir uns einen Weg, wie man mehr für sein Geld bekommt.

Auf BookMe kauften wir uns das Buffetdinner im Restaurant in der Bergstation zum halben Preis (47,50 Dollar pro Person). Das Dinner beinhaltet eine Fahrt mit der Gondel, kostet somit also nur 8,50 Dollar mehr als eine Gondelfahrt ohne Essen. Das Abendessen ist zwar zeitlich begrenzt, die Fahrt mit der Gondel kann aber über den Tag frei gewählt werden.

Deswegen sind wir morgens schon mit der ersten Gondel um 9 Uhr hochgefahren. Da war auch noch nichts los. Kein Schlangestehen. Einfach hoch.

Ben Lomond Track - Mit der Gondel zum Bergstation

Ben Lomond Track - Blick über Queenstown

Nach ersten Fotos von der Panoramaterrasse und einer letzten Toilettenpause machten wir uns auf Richtung Ben Lomond Track. Dieser fängt eigentlich unten im Tal an. Mit der Gondel spart man sich jedoch die erste Stunde der Wanderung. Vor einigen Jahren sind wir den Weg von der Tal- zur Bergstation der Gondel hochgewandert. Auch damals war die Gondelfahrt schon horrend teuer. Aus Erfahrung kann ich somit sagen: „Kürzt man diesen Teil des Tracks ab, verpasst man nichts!“

Gegen 10:30 Uhr wanderten wir an der Bergstation los. Anfangs durchquert man erst einen unglaublich finsteren Nadelwald, dann noch ein kurzes Stück durch einen Wald mit einheimischen Bäumen, bis man schließlich die offene Graslandschaft erreicht. Dort stehen weder Bäume noch Büsche, nur ein paar Grasbüschel. Von einer Sorte von ihnen sollte man sich jedoch fernhalten. Die Grashalme enden in sehr spitzigen Dornen!

Ben Lomond Track - Blick über Lake Wakatipu und die Remarkables

Ben Lomond Track - Blick über Lake Wakatipu und die Remarkables

Nach etwa einer Stunde erreichten wir die Schneegrenze. Das beruhigende Geräusch von Schritten auf Schnee mag ich unheimlich! Generell waren wir aber überrascht, wie wenig Schnee Ende August nur noch lag.

Nach einer weiteren Stunde kamen wir endlich zum 1.326 Meter hoch gelegenen Ben Lomond Saddle, wo sich die einzige Bank des Wegs befindet. Vom Sattel aus kann man zum ersten Mal auch auf die von Queenstown abgewandte Seite der Bergkette schauen.

Ben Lomond Track - Blick zum Gipfel

Ben Lomond Track - Blick vom Sattel

Nach kurzer Rast ging es weiter den schmalen Pfad hinauf. Anfangs noch ganz gut zu bewältigen, änderte sich die Qualität des Ben Lomond Tracks jedoch schlagartig. An einem äußerst steilen Abschnitt, bei dem der Weg nur noch aus in den Schnee getretenen Stufen bestand, gaben wir auf und drehten um. Bis zum 1.748 Meter hohem Gipfel können es aber höchstens noch 15 bis 20 Minuten gewesen sein. Bei solch einer Höhe und ohne richtigen Weg oder gar einem schützenden Geländer kann es einem schon ganz anders werden. Die Aussicht tröstet aber über alle Strapazen, körperlich und mental, hinweg!

Ben Lomond Track - Blick zum Gipfel

Ben Lomond Track - Blick ins Tal

Als wir am Morgen bergauf gegangen waren, war der Boden noch hart und gefroren. Ein ganz anderes Bild stellte sich uns beim Abstieg. Inzwischen war alles getaut und dementsprechend matschig. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, wie ich das angestellt habe, aber irgendwie bin ich viermal nacheinander im Matsch ausgerutscht und hingefallen! Man kann sich ja vorstellen, wie meine Hose und Jacke aussahen!

Kurz nach 15 Uhr waren wir zurück an der Bergstation. Der Matsch an meinen Klamotten war inzwischen getrocknet und konnte weitestgehend abgebürstet werden. Zum Glück! Wir wollten doch noch ins Restaurant, bevor es mit der Gondel zurück ins Tal geht.

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