Arrowtown

Arrowtown ist eine echte Goldgräberstadt, wie man sie aus amerikanischen Westernfilmen kennt. Das erste Gold wurde in den 1860er Jahren im Arrow River gefunden. Der Goldrausch setzte kurz danach ein. Obwohl es heute immer noch Gold in der Gegend gibt, ist dessen Gewinnung nicht mehr lukrativ und bleibt den Touristen vorbehalten. In einigen Läden können Goldwaschpfannen für drei Dollar ausgeliehen werden. Ein Geschäft, das einem potenziell geschürftes Gold abkauft, konnte ich allerdings nicht ausmachen.

Auch wir schlenderten zum Fluss hinunter. Ich wollte wissen, wie das denn nun ist mit dem Gold. Obwohl das Wasser im Winter eisig war, waren drei Leute mit geliehenen Goldwaschpfannen fleißig an der Arbeit. Ein Mann ließ gerade etwas aus seiner Pfanne in eine winzige Glasphiole fallen.

Zu meiner Überraschung musste man auch gar nicht allzu genau hinschauen, um das Gold im Fluss zu entdecken. Die Steine an der flachen Außenkurve des Flusses lagen keine zehn Zentimeter unter der Wasseroberfläche und waren mit einem deutlichen Goldstaub überzogen. Auf dem Finger war das Gold dann aber nicht mehr auszumachen, so klein sind die Partikel. Sie von der anhaftenden Erde zu trennen erschien mir beinahe unmöglich.

Vor einem Haus in der Nähe des Flusses gab ein Mann Goldschürfkurse. Wir stellten uns eine Weile dazu. Der Kurs war kostenlos. Vermutlich Werbung für den Pfannenverleih. Er sprach von verschiedenen Phasen des Reinwaschens und schwenkte die Pfanne gekonnt vor unseren gespannten Augen. Das Schürfen stellte sich als deutlich komplizierter heraus, als ich mir das je hatte vorstellen können. Und bei dem kalten Wasser würde ich wohl nicht einmal eine halbe Stunde durchhalten.  

Aus dem zwanzig Kilometer langen Rückweg von Arrowtown zurück nach Queenstown überquerten wir die historische Brücke am Shotover River. Dieser ist vor allem für die rasanten Jetboatfahrten, waghalsige Bungysprünge und eine riesige Schaukel quer über die Schlucht bekannt.

Dennoch entdeckten wir einen idyllischen Wanderweg am Fluss entlang, an dessen Ufer eine alte Dampfmaschine aufgestellt war. Sie ist wohl auch noch vom Goldrausch übrig geblieben.

Leider hat das mit dem Goldrausch für uns nicht funktioniert. Wir müssen wohl auch weiterhin arbeiten gehen, wie jeder andere auch.

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