Warum nicht mal eine Regatta segeln?

Für Sonntag hatten sich 38 Segeljachten  für die Winter Serie angemeldet, welche der Bucklands Beach Yacht Club jedes Jahr organisiert. Um 11.30 Uhr sollte es an der Motukorea Racing Buoy losgehen.

Zusammen mit zwei anderen „Schülern“ und der Lehrerin machten wir uns in unserem Schulboot, einer J24, auf den Weg. Zehn Minuten vor dem offiziellen Start kamen wir im Startgebiet an. Die Startlinie war eine imaginäre Linie zwischen einer Boje und dem Motorboot der Rennleitung. Dieses hatte hinten eine Anzeige, welche die Streckennummer des heutigen Rennens angab: Nummer 17. Also kramten wir schnell das Regattahandbuch hervor, um nachzusehen, wo die Strecke 17 uns heute hinführen würde. Die Namen der Bojen sagten zu meinem Erstaunen selbst unserer Lehrerin nichts. Aber die Karte verriet, dass es zwischen Rangitoto und Browns Island Richtung Waiheke ginge, dort eine Schleife drehte und wieder zurück zur Mündung des Tamaki Rivers. Die Strecke war mit 9.8 nautischen Meilen angegeben, also gut 18 Kilometer.

Es waren schon etliche Boote vor Ort, welche ungeduldig auf und ab segelten. Dabei ging es ziemlich chaotisch zu. Von rechts, von vorne, von hinten, von überall kamen sie auf uns zu. An Vorfahrtsregeln dachte in diesem Gewusel auch niemand mehr. Total überfordert versuchten wir, den deutlich größeren Jachten auszuweichen.

Als der Startpfiff ertönte, waren wir in einer ganz guten Position. Wir waren eher am rechten Rand vom Feld. Nur noch ein Boot war neben uns. Links kam uns einer recht Nahe, aber es ging schon noch. Plötzlich schoss von hinten einer durch die sowieso schon enge Lücke und rammte uns beinahe. Wir schlugen panisch einen Haken und manövrierten uns damit komplett ins Aus. Bis wir uns sortiert, wieder Fahrt und Kurs aufgenommen hatten, waren wir bereits die Letzten in unserer Division.

Als wir die ersten beiden Bojen hinter uns gelassen hatten, wendete sich der Kurs, sodass der Wind genau von hinten kam. Wie alle anderen auch wollten wir den Spinnaker setzen. Da wir das aber noch nie zuvor gemacht hatten, verhedderte sich dieser hoffnungslos. Also wieder runter und nochmal von vorne. Nach vier Versuchen hatten wir den Spinnaker dann auch endlich oben. Also kurz vor der Wende, die ihn dann wieder überflüssig machte. Inzwischen hatte selbst das letzte Boot aus der Division, die nach uns gestartet war, überholt. Nun waren wir offiziell die allerletzten des Tages.

Obwohl wir keine Startgebühr bezahlt hatten – ich bin mir nicht sicher, ob die Lehrerin es verbummelt oder uns absichtlich nicht angemeldet hatte, weil wir ein Schulboot sind – wartete die Rennleitung an der Ziellinie brav auf uns und nahm die Zeit auf: 1h 57 min 30 sec. Gut 45 Minuten nach dem ersten Boot.  Dann faltete sie ihre Fahne zusammen und schoss an uns vorbei zurück zum Bootsklub, wo die anderen Segler bereits bei einem Bierchen auf die Ergebnisse warteten.

Auf dem Weg zurück in die Marina ließ uns letztlich auch noch der kleine Außenbordmotor im Stich, sodass wir zeitweise manövrierunfähig im Hafenbecken umhertrieben. Immer wieder sprang er kurz an, ging dann aber doch gleich wieder aus. Beinahe wären wir in eines der parkenden Boote gefahren. Und das alles vor den Augen der Regattateilnehmer, welche von der Terrasse des Klubhauses aus uns amüsiert zusahen.

Nächsten Sonntag wird fleißig geübt, bevor wir am übernächsten Sonntag das zweite Rennen der Winter Serie antreten. Da wir mit Abstand das kleinste Boot der Regatta sind, haben wir so einen niedrigen Korrekturwert (Allocated Handycap), dass wir es rein rechnerisch vielleicht sogar auf den vorletzten Platz schaffen könnten!

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