Cape Reinga

Über Silvester haben wir uns zwei Nächte am Cape Reinga einquartiert.

Viele Übernachtungsmöglichkeiten gibt es dort nicht, sodass wir auf einem einfachen DOC-Campingplatz mit Plumpsklo und kalten Duschen gelandet sind. Silvester am nördlichsten Ende Neuseelands ist so beliebt, dass der spartanische Platz in der Silvesternacht ausgebucht war.

Kleine Klugscheißerrei am Rande: Cape Reinga ist nicht das nördlichste Ende Neuseelands. Das passend benannte North Cape ragt drei Kilometer weiter in den Norden. Es ist aber verkehrstechnisch nicht erschlossen und auch in der Mythologie der Maori weit weniger bedeutend.

Obwohl man das Cape Reinga auch mit dem Auto erreichen kann, beschlossen wir den Silvester-Tag dazu zu nutzen vom Campingplatz in der Tapotupotu Bay aus hinzuwandern. Die gut fünf Kilometer waren mit drei Stunden einfach angegeben. Vom Strand am Campingplatz aus ging der Weg erst einmal ziemlich steil den Berg hinauf.

Von dort oben hatte man eine herrliche Aussicht und konnte in der Ferne den berühmten Leuchtturm des Cape Reinga schon entdecken.

Leider führt der Weg nicht oben auf dem Bergkamm weiter, sondern führt noch einmal bis zum Meer hinunter. Bei Flut könnte man hier ein bisschen Nasse Füße bekommen. Wir hatten aber Glück und konnten die Bucht trockenen Fußen passieren.

Nur noch einmal einen steilen Berg hinauf und schon hatten wir die menschenleere Idyle verlassen und befanden uns am massentouristischen Cape Reinga.

An der Nordspitze Neuseelands fließt die Tasman See im Westen und der Pazifische Ozean im Osten zusammen. Manchmal sieht man die Strömungen aufeinanderprallen. Besonders witzig war, dass an dem Tag im Westen eine geschlossene Wolkendecke hing und im Osten das Wetter nicht schöner hätte sein können! Dadurch war natürlich auch das Wasser anders gefärbt. Sehr beeindruckend!

Am Silvesterabend haben sich auf dem Campingplatz nach und nach alle irgendwie zusammen gefunden. Wir waren erst bei einem anderen deutschen Pärchen gesessen, haben Glühwein getrunken und Dinner for One geschaut. Später kamen dann noch Neuseeländer dazu und später noch Engländer mit Wunderkerzen. Eigentlich war auf der kompletten Nordspitze Feuerwerksverbot, aber dennoch wurde ganz kräftig geböllert. Irgendwann kam dann aber der Sicherheitsdienst und hat es allen verboten. Auch die Wunderkerzen mussten gelöscht werden. Gar nicht so einfach!

Auf dem Campingplatz gab es keinen Strom und der nächste Ort war ungefähr eine Autostunde entfernt. Deswegen war es dort so unglaublich dunkel und der Sternenhimmel dementsprechend grandios!

Ein Segelboot liegt unter dem Sternenhimmel der Tapotupotu Bay vor Anker. Der Sternenhaufen der Plejaden (auch Matariki oder Subaru genannt) ist deutlich erkennbar.
Ein Zelt auf dem Campingplatz der Tapotupotu Bay unter dem Glanz der Milchstraße. Das Kreuz des Südens geht in der Masse der Sterne unter.

Den Neujahrstag verbrachten wir in der Wüste beim Sandboarden. Die Te Paki Giant Sand Dunes liegen nicht weit vom Cape Reinga entfernt, aber man fühlt sich direkt wie in einer anderen Welt. Es fehlt nur die Kamelkarawane. Aber Fun Fact: In Neuseeland sind Kamele verboten, genauso wie Hamster. Gefahr für die einheimische Tierwelt und so.

2 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.