Auckland Marathon 2019

Am heutigen Sonntag war der diesjährige Marathon in Auckland. Bene hatte bereits am Freitag unsere Startnummern abgeholt. Dazu gab es noch einen offiziellen Turnbeutel gefüllt mit Werbung und Kostproben, sowie einer Kappe. Der Turnbeutel stellte sich später als sehr nützlich heraus, da man den am Start abgeben konnte. Er wurde dann zum Ziel transportiert, wo man ihn wieder abholen konnte. Das machte die Logistik mit Jacken und Frühstück um einiges einfacher.

Den 42 Kilometer langen Marathon sind wir zwei unsportlichen Couch Potatoes natürlich nicht gerannt. Ich schaffe es ja nur gerade so, bis zur Mülltonne vorzurennen und manchmal sogar auch wieder zurück.

Stattdessen haben wir uns für die elf Kilometer lange Traverse in der Kategorie der Geher angemeldet. Im Wandern kann ich da schon deutlich besser mithalten. Immerhin ist das Tongariro Alpine Crossing fast zwanzig Kilometer lang und das habe ich trotz des großen Bergs in der Mitte schon dreimal gemacht. Da sollten elf Kilometer doch zu schaffen sein.

„Was soll dann der Spaß?“, fragt sich nun sicher der ein oder andere. Eine berechtigte Frage. Und zwar kam das so:

Die Auckland’s Harbour Bridge ist bekanntermaßen eine Autobahnbrücke und leider für Fußgänger gesperrt. Wer, wie ich, unbedingt einmal über dir Brücke laufen will, dem bleibt als einizige Möglichkeit am Auckland Marathon teilzunehmen! Es gibt da zwar auch noch kürzere Strecken, aber die elf Kilometer Traverse ist die kürzeste Strecke, die auch über die Brücke führt.

Die Health & Wellness Policy von Bene’s Firma hat sogar den Eintrittspreis bezahlt. Sport machen soll ja gesund sein, aber bei einer Marathonteilnahme bin ich mir da nicht so sicher.

Am Sonntagmorgen fuhren wir also in die Stadt. Vom Ziel im Victoria Park fuhren die Busse zur Startlinie der Traverse in Smales Farm bei Takapuna. Der Marathon und der Halbmarathon starteten in Devonport, wo man auch gut mit der Fähre hinkommt. Bei denen ging es aber schon um 6 Uhr beziehungsweise 6.50 Uhr los. Wir waren erst um 8.50 Uhr dran.

Knapp 5,000 Leute waren für die Traverse angemeldet. In Neuseeland sieht man selten so viele Menschen auf so kleinem Raum.

Ab halb neun liefen die Leute dann allmählich Richtung Startlinie. Wir reihten uns willkürlich mit ein und landeten aus Versehen in der zweiten Startgruppe. Alle paar Minuten startet eine Gruppe mit etwa 500 Leuten, damit es nicht zum Stau kommt.

Einige der Läufer spurteten natürlich sofort los. Ich war aber überrascht, wie viele „nur“ Geher es waren. Ich würde sie so etwa auf die Hälfte schätzen. Anfangs wurden wir selbstverständlich immer wieder von Läufern überholt, die in späteren Startgruppen waren. Unter den Gehern überholten wir aber auch einige.

Nach zwei Kilometern auf einer Straße parallel der Autobahn führte die Strecke auf die Autobahn, bei der die linken beiden Spuren für das Event abgesperrt waren. Hier fing dann auch endlich der landschaftliche schöne Teil an: Am Meer entlang, immer die Skyline im Blick, näherten wir uns der Brücke.

Am Fuße der Brücke, die mit 45 Metern die größte Erhöhung der ansonsten ebenen Strecke war, wurden wir von einer Taiko-Gruppe angefeuert. Auch so waren immer wieder Zuschauer am Straßenrand, die mit Klatschen, Rufen und Fahnenschwenken ihren Teil beitrugen.

Auf der Brücke selbst musste man ein bisschen aufpassen, dass man, während man in der Gegend rumguckt und die Landschaft genießt, nicht in jemanden hineinläuft, der gerade mal wieder stehen bleibt, um ein Foto zu machen. Ich brauche mich aber wirklich nicht zu beschweren. Ich war ja auch „nur“ zum Sightseeing da und habe viele Fotos gemacht.

Nach elf Kilometern, drei Getränkestationen und unter zwei Stunden erreichten wir das Ziel im Victoria Park, wo die Zielparty schon in vollem Gange war.

Nach dem Ziel wurden wir mit Bananen, Getränken und unserer Medaille empfangen. Eine Medaille bekommt jeder. Dabei sein ist alles.

Im Fan-Dorf waren viele Stände, die mit kostenlosen Proben und anderen interaktiven Aktionen lockten. Eine kleine Lachs-Quiche hier, eine halbe Kiwi dort und zum Schluss noch ein dämliches Foto!

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