Wort der Woche (KW32): Black Milk Friday

Nein, heute ist nicht der internationale Tag der schwarzen Milch. Milch ist weiß. Das weiß doch jedes Kind.

Black Friday ist die englische Bezeichnung für einen Freitag an dem etwas Schlechtes passiert ist wie beispielsweise dem Börsen-Crash in den USA. Am heutigen Black Friday gab es schlechte Neuigkeiten für tausende Landwirte in Neuseeland bezüglich der Milchpreise. Wie schon öfter berichtet, gehen die Milchpreise stetig runter (siehe Wort der Woche: Dairy). Und zwar gingen sie bei der Auktion diese Woche zum zehnten Mal in Folge runter. Fonterra, die große Molkerei, an die fast alle Milchbauern ihre Milch verkaufen, hat die sinkenden Preise am Weltmarkt direkt an die Bauern weitergeleitet und heute den neuen Preis bekannt gegeben, den sie an die Bauern zahlt: 3.85 NZD. Im Durchschnitt der letzten Jahre waren die Preise bei etwa 5.50 NZD und in Spitzenjahren sogar bei 8.40 NZD, also mehr als doppelt so hoch.

Das ist nicht etwa der Preis pro Liter – das wäre ein Traum – sondern der Preis für ein Kilo Milchtrockenmasse. Milch besteht nur zu etwa 9% aus Trockenmasse, der Rest ist Wasser und Fett. Daraus ergibt sich bei den heute bekannt gegebenen 3.85 NZD ein Wert von etwa 35ct pro Liter. Mit dem zudem kürzlich stark gefallenen Dollar entspricht das dann ungefähr 21 Euro-Cent. Im Vergleich dazu bekommen deutsche Milchbauern etwa 41 Euro-Cent und selbst das ist nicht genug, um einen Hof kostendeckend zu betreiben.

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Es wird erwartet, dass viele Bauern ihre Milchwirtschaft auf kurz oder lang aufgeben werden und wahrscheinlich zur Schafzucht zurück kehren. Angefangen hatte alles damit, dass viele Landwirte in Neuseeland Schafe hatten. Der „Schafindex“ war früher 20 Schafe pro Einwohner. Nachdem sich dann aber mit Kühen immer mehr Geld verdienen lies, sank der Index kürzlich auf sechs Schafe pro Einwohner. Die Bauern waren zur Rindfleischproduktion übergegangen. Und dann, als die Milchpreise so gut waren, kamen die Milchkühe auf den Hof. Und so schließt sich der Kreis dann wieder, wenn die Bauer jetzt wieder zu den Schafen übergehen.

 

 

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