Wort der Woche (KW18): Aotearoa

Ich habe ja noch nie verstanden, warum man am Tag der Arbeit frei hat. Klingt echt widersprüchlich. Deswegen bin ich heute auch brav arbeiten gegangen, sodass meine Arbeitswoche erst jetzt endet. Und am Ende der Arbeitswoche ist es natürlich wieder Zeit für das Wort der Woche.

Das Wort der Woche ist diesmal „Aotearoa“.

Bevor die Briten nach Neuseeland kamen, wurde das Land vom Volk der Maori besiedelt. Diese kamen mit kanu-ähnlichen Booten von Polynesien übers Meer nach Neuseeland. Das Volk der Maori spricht, auch heute noch, die Sprache Maori. Durch die Herkunft des Volkes ist die Sprache recht ähnlich zu anderen polynesischen Sprachen beispielsweise das, was auf Samoa, Tahiti oder auch Hawaii gesprochen wird. Bis zur Ankunft der Europäer war Maori eine schriftlose Sprache. Heute verwendet sie, genau wie wir, lateinische Schrift und ist in Neuseeland, neben Englisch und der Gebärdensprache, die dritte Amtssprache des Landes.

„Aotearoa“ ist ein Wort aus der maorischen Sprache und ist das Wort für „Neuseeland“. Anfangs bezog es sich wohl nur auf die Nordinsel, aber heutzutage ist es für das ganze Land gebräuchlich. Wörtlich genommen heißt Aotearoa „Land der langen weißen Wolke“.

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Vermutlich kommt die Bezeichnung da her, dass Wolken über einer Landmasse häufig als erstes von hoher See aus gesehen werden können. Als die Maori auf ihren Kanus also die große Wolke entdeckt haben, wussten sie, dass dort ihr neues Zuhause sein wird. Andere Theorien besagen, dass die Maori die schneebedeckten Berge der Südinsel für Wolken gehalten haben, da sie vorher noch nie Schnee gesehen hatten und es sich nicht anders erklären konnten.

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Heutzutage werden viele maorische Bezeichnungen in die englische Sprache übernommen. Die Nachrichtensprecher begrüßen einen mit Kia Ora („Hallo“ oder wörtlich „Möge es dir gut gehen!“), am Eingang eines Nationalparks steht of Haere mai („Willkommen“) und auch generell haben viele Orte und Plätze maorische Namen. Beispielsweise waren wir über Ostern in Whakatane („Handle wie ein Mann!“) und letztes Jahr waren wir in Rotorua („der zweite See“). Die maorische Kultur inklusive ihrer Sprache ist auch heute noch fest mit Neuseeland verbunden und hat ihren ganz eigenen Reiz!

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