Wort der Woche (KW 50): Container-deposit legislation

Man sammelt zuhause säckeweise Plastikflaschen und nimmt sie wieder mit in den Supermarkt. Glasflaschen kommen zurück in die Kiste und beides zusammen wird im Getränkeladen in Geld zurück getauscht. Flaschenpfand ist ganz normal in Deutschland.

In Neuseeland gibt es das aber nicht. Getränkekisten gibt es schon mal gar keine. Zum Bierkistenstapeln müssen hier die Kisten für die Milchflaschen herhalten. Die hat ein normaler Haushalt aber nicht, sondern nur Großabnehmer, wie die Geschäftskantine. Limo- und Wasserflaschen werden im Generellen einzeln verkauft und Bier gibt es meist in 12er oder 24er Pappkartons. Ist die Party vorbei, kommen Glas- und Plastikflaschen zusammen mit Dosen, Papier und Karton in die Recyclingtonne. Das ist neben den Restmüllsäcken auch die einzige Mülltrennung, die wir hier haben. Da kommen dann auch Elektroschrott und Biomüll mit rein, falls der nicht über den Müllschlucker in der Küche im Abwasser landet.

Leider funktioniert noch nicht einmal dieses simple System. Diese Woche wurde ein Bericht veröffentlicht, in dem stand, dass mehr als die Hälfte aller recyclingfähiger Plastik- und Glasverpackungen momentan im neuseeländischen Restmüll landen. In Deutschland, zum Vergleich, nur etwa 5%. Um dies zu ändern kam natürlich das Thema Flaschenpfand, auf englisch container-deposit legislation, kurz CDL, wieder auf.

Das Einzige, was einen in Neuseeland an Flaschenpfand erinnert, ist die Aufschrift auf manchen Flaschen, dass man 10 ct zurückbekommt, wenn man die Flasche in South Australia oder im Northern Territory, ebenfalls in Australien, gekauft hat.

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Dabei ist Flaschenpfand in Neuseeland nichts Neues. In den 1970er Jahren waren viele Getränke wie Bier, Limonaden und Milch in Mehrwegflaschen verpackt. Jedoch gab es kein einheitliches System zur Rückgabe, sodass es für Kunden sehr mühsam war. Durch die geringe Resonanz wurden die Mehrwegflaschen über die Jahre immer seltener, bis sie schließlich wieder komplett verschwanden. Zumindest ist mir in den vergangenen zwei Jahren noch keine untergekommen.

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