Wort der Woche (KW 42): ShakeOut

Neuseeland befindet sich direkt auf der Grenze zweier Kontinentalplatten, der Australischen und der Pazifischen Platte, wodurch die Gefahr von Erdbeben deutlich stärker ist als beispielsweise in Deutschland. Und tatsächlich werden von neuseeländischen Geologen jedes Jahr mehr als 15.000 kleinere und auch größere Erdbeben registriert.

Diese ständige Bedrohung lässt die Menschen hier auch ganz anders mit dem Thema umgehen und so lernt jedes Kind schon in der Schule, was im Notfall zu tun ist. Rein intuitiv würde man denken, es wäre das Beste so schnell wie möglich das Gebäude zu verlassen. Doch genau das soll man nicht tun, da man bei dem Versuch die Flucht zu ergreifen, von umfallenden Gegenständen oder herrunterfallenden Gebäudeteilen getroffen werden könnte. Deswegen gilt die Regel DROP – COVER – HOLD ON. Man soll also zunächst in die Hocke gehen (drop), da man bei dem Gewackel eventuell nicht mehr laufen oder auch nicht mehr stehen kann, dann unter einem Tisch Schutz suchen (cover) und sich schließlich mit den Händen über dem Kopf vor Verletzungen schützen und sich an etwas festhalten (hold on). Wenn man das Gefühl hat, das Erdbeben sei vorbei, soll man noch eine weitere Minute warten, ob es auch wirklich vorbei ist, und dann erst das Gebäude verlassen.

Am gestrigen Donnerstag wurde dann zur nationalen Erdbebenübung, dem ShakeOut, aufgerufen. Um 9.15 Uhr sollte man so tun, als gäbe es ein Erdbeben und der Regel drop – cover – hold on folgen. Zuvor hatten sich fast 1.5 Millionen Menschen dafür online registriert. Man konnte natürlich auch mitmachen ohne sich zu registrieren.

In meiner Firma ging frühs eine Email rum, die bekundete, dass wir da alle mitmachen, egal ob wir uns dafür angemeldet hatten oder nicht. Pünktlich um 9.15 Uhr machte die Rezeptionistin eine Durchsage, dass das Erdbeben jetzt anfängt. Ich war dummerweise nicht an meinem Schreibtisch, sondern im Labor wo unser Abteilungsleiter fröhlich umherrief „Hey! Es ist Erdbeben! Versteckt euch unter den Tischen!“ Also haben wir uns unter dem Tisch versteckt, sind da eine Weile gesessen und kamen uns ziemlich blöd dabei vor. Irgendwann kam dann die Sicherheitsbeauftragte herein und fragte, warum wir das Gebäude nicht evakuiert hätten und wir meinten, dass wir nicht mitbekommen hätten, dass das Erdbeben schon vorbei sei. Es stellte sich heraus, dass wir die Durchsage zur Evakuierung nicht gehört hatten, weil der Abzug im Labor zu laut war und auch unsere Kollegen im Büro uns nicht Bescheid gesagt haben. Die hätten uns einfach in den Trümmern zurückgelassen. Allerhand! Gut, dass es nur eine Übung war. Da muss wohl noch etwas nachgebessert werden.

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