White Island – ein aktiver Vulkan

Welcher kleine Junge hat nicht schon einmal davon geträumt auf einem aktiven Vulkan zu stehen? Ein Abenteuer aus Asche und Rauch? Wir haben es getan!

White Island ist Neuseelands einziger aktiver Inselvulkan. Auf der in Neuseeland gebräuchlichen Skala für Vulkanaktivitäten, dem Volcano Alert Level, bezeichnet Level 0 einen schlafenden Vulkan und Level 5 einen starken aktiven Vulkanausbruch. White Island befindet sich auf Level 1, leichte Hintergrundaktivitäten wie zum Beispiel austretende Gase und Dämpfe. Ebenso auf Level 1 befinden sich die drei Vulkane südlich von Taupo: Mount Ruapehu, Mount Tongariro und Mount Ngauruhoe (Mount Doom aus Herr der Ringe).

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White Island liegt etwa 50 km nördlich von Whakatane und kann nur mit dem Schiff oder dem Hubschrauber erreicht werden. Wir haben uns für das Schiff entschieden. Um 10 Uhr morgens ging es los. Mit zwei Schiffen, etwa 100 Gästen und 10 Mann Besatzung sind wir in See gestochen. Der Wettervorhersage entsprechend war die See recht rau und der Wind sehr stark. Wir sind frontal gegen den Wind gefahren und das kleine Boot hüpfte nur so auf und ab. Bene ging es nach einer halben Stunde schon nicht mehr gut und ich musste mir nach einer guten Stunde dann auch eingestehen, dass ich doch nicht immun gegen die Seekrankheit bin. Wie uns ging es fast allen. Die Crew war ganz schön damit beschäftigt, leere Kotztüten zu verteilen und Benutzte wieder einzusammeln. In der angeblich ruhigeren Zone am Ende des Schiffs wurde immer voller. Als wir endlich nach anderthalb Stunden Fahrt an der Insel ankamen, ging es uns beiden und vielen anderen hundsmiserabel. Die Crew beteuerte jedoch, dass die Bedingungen nicht besonders schlimm wären sondern eher so durchschnittlich. Wie beruhigend.

Die beiden Schiffe ankerten schließlich vor der Insel. Mit kleinen Schlauchbooten wurden wir an einen Anleger gebracht, wo man dann über Leitern nach oben zur Insel kletterte.

Direkt am Anleger befindet sich sie alte Schwefelfabrik. Auf der Insel wurde viele Jahre lang Schwefel abgebaut und später an Land dann zu Dünger verarbeitet. Als die Abbaustätte 1940 stillgelegt wurde, wurden Gebäude und Maschinen einfach dort gelassen.

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Aufgeteilt in mehrere Gruppen marschierten wir los durch die felsige Mondlandschaft. Der typische Geruch nach Schwefel wurde immer stärker je weiter wir Richtung Hauptkrater kamen. Weil die Gase und Dämpfe die Atemwege reizen, haben die Guides Bonbons verteilt und dazu geraten, dass man die zur Verfügung gestellten Gasmasken doch jetzt bitte benutzen soll. Gegen den üblen Geruch und die Atemnot halfen Maske und Bonbons gut, aber dass die Gase auch ganz furchtbar in den Augen brennen, hatte und bis dahin niemand gesagt. Weiterhin wurden wir noch mit einem Helm ausgestattet, falls Lavabrocken aus dem Krater geschleudert würden. Ich habe jedoch keine gesehen.

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Am Hauptkrater angelangt, rauchte und qualmte es wirklich sehr stark. Die sauren Dämpfe machen die Insel unbewohnbar. Nur ein paar Tölpel wohnen auf der Nordseite der Insel. Der Hauptkrater ist mit Grundwasser vollgelaufen. Bei einer pH-Wert-Messung sollen negative Werte herauskommen, so sauer ist es dort. Überall blubbert und brodelt es. Das Gestein leuchtet in den unterschiedlichsten Farben. Wahrhaft faszinierendes Naturschauspiel.

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