Wellington

Ein Besuch in der Hauptstadt Wellington gehört zum Pflichtprogramm jedes Neuseeland Besuchers. Wir starteten unseren Stadtrundgang in Miramar, der Halbinsel am Flughafen.

Dort besichtigten wir das bekannte Roxy Cinema. Im Art Deco-Stil erbaut, macht das Gebäude selbst von außen schon einiges her. Innen hat es den Charme der 30er Jahre gepaart mit modernen Elementen, wie dem Roboter-Deckengemälde. Eine sehenswerte Mischung!

Wellington - Roxy Cinema in Miramar

Roxy Cinema in Miramar

 

Weiter ging es mit dem Weta Workshop ebenfalls in Miramar. Das ist eine Werkstatt, die Filmkulissen macht, unter anderem für Herr der Ringe und den Hobbit, aber auch Skulpturen und andere Großprojekte. Man kann zwar eine Führung machen, dafür sollte man jedoch vorbuchen. Wir gaben uns mit einem Besuch des Souvenirshops und dem darin untergebrachten Mini-Museum zufrieden.

Wellington - Weta Cave in Miramar

Weta Cave in Miramar

 

Auf dem Weg von Miramar zurück zum eigentlichen Wellington machten wir einen Abstecher zum Mount Victoria Lookout, von dem aus man nicht nur einen tollen Blick auf die Innenstadt hat, sondern auf der anderen Seite auch zum Flughafen schauen kann. Ein wahrlicher Rundumblick!

Wellington - Mount Victoria Lookout

Mount Victoria Lookout

 

Ein weiterer Abstecher lohnt zum Botanischen Garten. Für nur vier Dollar (einfach) kann man das Cable Car von der Innenstadt aus nehmen und später wieder gemütlich hinunter schlendern. Der Botanische Garten in Wellington bietet einige Abwechslung: Rosengarten, Begonienhaus, Bushwalk, Kakteengarten, Kräutergarten, und, und, und.

Wellington - Cable Car

Cable Car zum Botanischen Garten

 

Wellington - Botanischer Garten

Botanischer Garten

 

Wellington ist zwar nicht Neuseelands größte Stadt, das ist Auckland, aber dafür befindet sich dort das Parlament. Dieses kann kostenlos besichtigt werden, muss aber sehr frühzeitig vorgebucht werden.

Schon eine halbe Stunde vor den gebuchten Termin fanden wir uns am Beehive (engl. für Bienenkorb), wie der hintere Teil des Gebäudes liebevoll genannt wird, ein. Um in das Besucherzentrum zu gelangen, musste man zuerst durch eine Sicherheitsschleuse wie am Flughafen. Dort wurden uns gleich einmal die Taschenmesser abgenommen, die wir im Hinausgehen, aber wieder abholen durften. Nach Registrierung am Informationsschalter werden einem dann auch noch alle anderen Sachen abgenommen. Zum Rundgang dürfen keine Taschen, Handys, Kameras oder auch nur Essen und Getränke mitgenommen werden. Nach einem kurzen Film über das neuseeländische Wahlsystem, das Mixed-Member-Proportional-System, das wir auch in Deutschland haben, ging es auch schon los.

Im Beehive selbst wurde uns nichts gezeigt, da dort nur Büros der Abgeordneten untergebracht sind. Das eigentlich Parlamentsgebäude war aber auch durchaus interessant. Der Bau des Zentralgebäudes wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen, sodass die zweite Hälfte nie fertiggestellt wurde. Es ist somit asymmetrisch, was mir vorher nie auffiel. Wenn ich es jetzt anschaue, denke ich mir: „Wie konnte ich das nicht sehen? Das sieht so falsch aus!“ Von innen ist es aber echt hübsch. Leider durfte man nicht fotografieren, sodass ich jedem die Tour nur empfehlen kann.

Wellington - Beehive - das Parlament

„Beehive“ – das Parlament

 

Weiter ging es zum Nationalmuseum Te Papa, welches ebenfalls kostenlos ist. Das Parken ist dort jedoch sehr teuer und auch für die Garderobe muss man extra zahlen. Deswegen lohnen ich vorbereitende Gedanken über einen Besuch.

Wir waren vor ein paar Jahren schon einmal im Museum gewesen. Die Kernausstellungen verändern sich über die Zeit nicht. So kannten wir die Bereiche über Naturkatastrophen, ausgestorbene Tier- und Pflanzenwelt, Maorikultur und britische Pioniere schon.

Aufgrund dessen waren wir vor allem an der Sonderausstellung „Gallipoli – The Scale of War“ interessiert. Eigentlich interessiert mich die Schlacht in Gallipoli in der Türkei im Ersten Weltkrieg, in der die Neuseeländer an der Seite anderer Staaten des Commonwealth kämpften, herzlich wenig. Der Grund meiner Aufmerksamkeit war mehr die Qualität der übergroßen Figuren, von der ich schon viel in den Medien gehört habe. Die Skulpturen im Maßstab 2.4 : 1 wurden vom Weta Workshop angefertigt und weisen eine unglaubliche Detailgenauigkeit auf: Die Beinbehaarung, der Schweiß auf der Stirn, selbst der Dreck unter den Fingernägeln. An alles wurde gedacht!

Wellington - Gallipoli-Ausstellung im Te Papa Museum

Gallipoli-Ausstellung im Te Papa Museum

 

Ein weiteres Werk des Weta Workshop befindet sich im neu gestalteten Pukeahu National War Memorial Park, der durch den Bau des Arras Tunnels entstand. Die Skulptur besteht aus zwei Bäumen, einem neuseeländischen Pohutukawa und einem Eichenbaum. Es hat eigentlich irgendwas mit England und Kriegsgedenken zu tun. Ich habe die Symbolik aber für mich persönlich in eine deutsch-neuseeländischen Beziehung umgedichtet. Selbst, wenn man, so wie wir, nun schon vier Jahre in Neuseeland lebt, bleibt man doch im Herzen immer noch Deutscher!

Wellington - Pohutukawa & Royal Oak Tree Sculpture

Pohutukawa & Royal Oak Tree Sculpture

 

Wellington - Pohutukawa & Royal Oak Tree Sculpture

Pohutukawa & Royal Oak Tree Sculpture

 

Vor allem an der Waterfront und in der Cuba Street lässt es sich in Wellington schön verweilen, wenn man auf der Suche nach netten Straßencafés ist. Aber auch sonst ist Wellington ein schönes Städtchen.

Wer dachte, eine Fahrt nach Wellington wäre nur zur Durchreise erforderlich, wegen der Fähre auf die Südinsel, sollte vielleicht doch ein oder zwei Tage dort verbringen, um die Stadt zu erkunden. Es lohnt sich!

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