Stardome Observatory – Auckland’s Planetarium

Ich liebe Sterne, das ist kein Geheimnis. Deswegen ist es aber um so mehr verwunderlich, dass ich noch nie in einem Planetarium war, auch in Deutschland nicht. Ich dachte immer, man würde dort nur einen Film über Sterne gezeigt bekommen und es wäre nicht besser als im Kino oder ein Film im Internet. Aber zum Glück haben wir uns Karten bei GrabOne gekauft und haben uns eines Besseren belehren lassen.

Die ganze Woche schon warteten wir auf einen Tag mit klarem Wetter. Die Show im Planetarium wird zwar jeden Tag gezeigt, aber beim anschließenden Blick durchs Teleskop wollte ich doch sicher gehen, dass man auch ja was sehen kann. Am Samstag dann sah es vielversprechend aus und wir buchten die Show um 20 Uhr namens „Summer Night Sky“.

Das Planetarium Stardome Observatory befindet sich in Auckland’s Cornwall Park, unweit des One Tree Hills. Im Foyer gibt es eine kleine Ausstellung zu den Umlaufbahnen der Planeten, der Erforschung der Sterne und der Raumfahrt. Diese kann man sich sogar gratis anschauen ohne eine Show zu buchen. In einem kleinen Laden gibt es allerhand zu kaufen, was bei Kindern das Interesse an Physik und Wissenschaft im Generellen wecken soll.

Im Vorführraum waren etliche Reihen mit Sitzen, welche denen im Kino ähnelten, aber viel weiter zurück gelehnt. Als Leinwand wurde die kuppelförmige Decke des Raumes genutzt. Als sich alle Besucher hingesetzt hatten, fing die Show an. Es war kein Film, sondern ein Mann, der hinten im Raum an einem Computer saß und eine Software bediente, die den Himmel simulierte. Zuerst war ein Sommerhimmel bei Tageslicht zu sehen. Die Simulation war auf den heutigen Tag und die jetzige Stunde gestellt. Draußen war es ja auch noch hell. Er verschob die Zeit auf Mitternacht und wir sahen den Sternenhimmel über Auckland in der heutigen Nacht. Zuerst erklärte er uns, wie sich die Lichtverschmutzung auswirkt und schaltete Lichter zu und ab. Es war recht eindrucksvoll. Zurück am „Landhimmel“ wurden verschiedene Sternzeichen wie der Orion mit seinen Hunden und das Kreuz des Südens erklärt und vor allem, warum man den Orion auch im Norden sehen kann, das Crux aber nicht. Endlich machten der Himmelsäquator und die Himmelspole Sinn in meinem Kopf! Der Showmaster war recht witzig und gestaltete das Thema wirklich unterhaltsam und interaktiv. Wir reisten in der Zeit und er zeigte uns die Sterne im Winter, wenn der beeindruckendere Teil der Milchstraße über Auckland zu sehen sein wird. Später flogen wir noch in die Antarktis, wo es ein halbes Jahr lang nicht dunkel wird und dann noch schnell nach Irland, um die Sterne dort anzuschauen. Das hatte sich ein Zuschauer gewünscht. Und schließlich drehte er die Simulation eine Millionen Jahre nach vorne, um zu zeigen, dass sich die Sterne selbst auch bewegen und in einer Millionen Jahre unsere Sternbilder total verzerrt sein werden. Das war wirklich faszinierend!

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Als die über eine Stunde lange Show vorbei war, war es draußen immer noch nicht richtig dunkel. Dennoch gingen wir auf die Terrasse hinter dem Planetarium, wo Mitarbeiter drei Teleskope aufgestellt hatten. Wir plauderten ein bisschen und warteten bis die Sterne endlich raus kamen. Dann schauten wir Sternennebel an und ein Pensionär, der ehrenamtlich im Planetarium aushilft, erzählte uns von den Maori Sternbildern, welche sich stark von den antiken, griechischen Sternbildern unterscheiden. Wir wurden von einer anderen Mitarbeiterin unterbrochen, welche meinte, dass sie ein paar Gäste gerade zum großen Teleskop in die Kuppel gelassen hätte und ob er nicht nachsehen wolle, ob sie dort auch wirklich nichts anfassen. Der ältere Mann musste natürlich gleich nachsehen und fragte uns, ob wir nicht mitkommen wollten. Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen und folgten gespannt.

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Die Kuppel war fünf Meter im Durchmesser, so erklärte es Paul. Sie konnte automatisch gedreht werden, jenachdem in welche Richtung man schauen möchte. In der Mitte war das große Zeiss-Teleskop angebracht. Das Teleskop wurde im Jahre 1968 installiert und hat einen Spiegel mit einem halben Meter Durchmesser. Es wurde für den Standpunkt „maßgeschneidert“, da die Neigung genau auf den Himmelssüdpol ausgerichtet wurde. Ein gleichmäßiges Ticken im Hintergrund stellte sich als Automatik heraus, welche das Teleskop stetig nachjustiert, weil sich die Erde so schnell dreht. Schon ohne, dass das Teleskop ausgerichtet war, waren wir total fasziniert von der Technik. Obwohl immer wieder eine paar Wolken vorbei zogen, ließ sich Paul von einigen der etwa zehn anderen Gästen in der Kuppel überreden, das Teleskop doch auf irgendwas auszurichten. Er schwenkte das zweieinhalb Tonnen schwere Gerät hin und her und richtete es schließlich auf das Schwert des Orion, wo sich der Orionnebel M42 befindet. Nachdem wir erneut versprachen, nichts anzufassen, durften wir tatsächlich durch das große Zeiss-Teleskop gucken und erkannten den Nebel. Er war wirklich schön!

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Wir plauderten noch eine ganze Weile mit Paul, welcher früher am Planetarium nach extrasolaren Planeten geforscht hatte. Er hatte so viele interessante Geschichten zu erzählen, das wir die Zeit vergaßen. Als wir schließlich wieder nach unten gingen, war gerade die 22 Uhr Show vorbei und die Besucher strömten zu den kleinen Teleskopen im Hof.

One Comment

  1. Birgit

    Herzlichen Glückwunsch zum 2-Jährigen. Bis hierher habt ihr es gut gemacht. Ich bewundere euch, für die viele Energie, die ihr immer wieder aufbringen musstet, um das alles zu schaffen. Toll!!! Macht weiter so!!!

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