San Francisco

Neuseeland und Deutschland liegen leider unglaublich weit voneinander entfernt. Was liegt da näher, als sich mit der Familie auf halbem Weg zu treffen? Da mein Schwiegervater schon in seiner Jugend von einer Reise nach San Francisco träumte, planten wir zu seinem 60. Geburtstag einen gemeinsamen Urlaub in der kalifornischen Stadt.

 

Golden Gate Bridge

Die 2,7 Kilometer lange Brücke ist das Wahrzeichen der Stadt. Läuft man durch die Straßen oder auch an der Uferpromenade entlang, sieht man sie meist jedoch nicht, da sie etwas von der Innenstadt entfernt liegt. Öfter hingegen ist die deutlich längere, aber weniger spektakuläre Bay Bridge zu sehen, weswegen wir am Anfang der Reise erst gar nicht sicher waren, ob die Golden Gate Bridge denn wirklich so aussah, bis wir sie dann schließlich wirklich entdeckten und wussten, das ist sie!

San Francisco - Golden Gate Bridge

San Francisco - Golden Gate Bridge

San Francisco - Golden Gate Bridge

Wir ließen uns die obligatorische Fahrt über dir Brücke mit dem Fahrrad nicht nehmen. Leihfahrräder gibt es an jeder Straßenecke. Die anfängliche Navigation durch den Verkehr war ganz schön nervenaufreibend. Dazu kommen die Schienen der Straßenbahn. An der Uferpromenade fuhr es sich aber sehr schön. Die eigentliche Fahrt über die Brücke hingegen klingt toller als sie ist. Schließlich führt eine sechsspurige Autobahn über die Brücke und das ist ganz schön laut! Auf der anderen Seite geht es geruhsam und idyllisch nach Sausalito hinunter, von wo aus man mit der Fähre zurück in die Stadt fahren kann.

 

Cable Car

Innerhalb der Stadt fahren viele Oberleitungsbusse. Mit dem Cable Car fahren nur Touristen. Das mag wohl hauptsächlich am Preis liegen. Der ist mit sieben Dollar pro Fahrt ganz schön gesalzen. Die Fahrt mit der weltbekannten Bahn lohnt sich aber durchaus. Man realisiert dadurch erst einmal, wie steil die Berge überhaupt sind, und kann direkt an der Lombard Street aussteigen.

San Francisco - Cable Car

Lombard Street

Die bekannte Straße ist keineswegs die Steilste in San Francisco, aber sicherlich eine der Schönsten. Mit Hortensien geschmückt schlängelt sie sich mit tollem Ausblick auf die Stadt den Berg hinunter.

Zu Fuß darf man nur auf den Treppen rechts und links entlang laufen, nicht auf der Straße selbst. Da fährt nämlich ein Mietwagen nach dem andern hinunter und oben wartet eine riesige Schlange. Kommt man am frühen Morgen, schafft man es aber auch ohne Anstehen. Unserer ist der große, rote Dodge unten in der Mitte!

San Francisco - Lombard Street

San Francisco - Lombard Street

 

Alamo Square

Auch den Alamo Square hat sicher jeder schon mal auf einem Foto gesehen. Alamo Square ist übrigens der Name für den Park, von dem aus man den tollen Ausblick hat. Die bekannte Reihe bunter, viktorianischer Häuser nennt sich selbst Painted Ladies, ein Ausdruck, der mir vorher noch nicht untergekommen war. Scheinbar wurde der Begriff früher für Prostituierte verwendet. Was soll man davon nun halten?

San Francisco - Alamo Square

 

Muir Woods

Nach so viel Städtebesichtigung trieb es uns nach draußen ins Grüne und so machten wir einen Ausflug in die nahe gelegenen Muir Woods. Das Naturschutzgebiet nördlich von San Francisco ist für seine bis zu 80 Meter hohen Bäume bekannt. Es handelt sich um bis zu 800 Jahre Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens). Der Name täuscht jedoch, da es sich bei den Bäumen um kalifornische Redwoods handelt. Die echten Sequoias (Sequoiadendron giganteum) wachsen nämlich nicht in Küstennähe, sondern nur im höher gelegenen Landerinneren. Beeindruckend sind sie aber allemal.

San Francisco - Muir Woods

San Francisco - Muir Woods

 

Waldbrände im Norden Kaliforniens

Als wir in San Francisco waren, waren die Waldbrände im Norden Kaliforniens in ihrem schlimmstem Stadium. Bei der Ankunft dachten wir noch, es wäre der normale Smog der Großstadt. Ein paar Tage später war es aber nicht mehr zu leugnen: der Qualm der Waldbrände zog bis nach San Francisco herunter.

Wie furchtbar zäher und recht niedriger Hochnebel lag der Qualm über der Bucht. An manchen Tagen mehr und an anderen weniger, je nachdem, wie der Wind gerade stand. An manchen Sehenswürdigkeiten waren Schilder aufgestellt, dass die Qualität der Luft „unhealthy“, also ungesund sei. Man solle sich nicht zu lange draußen aufhalten, die Fenster geschlossen lassen und bloß keinen Sport treiben. Die Jogger, die uns begegneten, trugen oft Atemschutzmasken, was ich als sehr befremdlich empfand.

Am schlimmsten war der Tag, an dem wir in den Muir Woods waren. Dieser liegt noch etwas näher zu den Waldbränden als San Francisco selbst. Dort roch man den Qualm noch deutlicher und die Blätter waren mit Asche bedeckt, der sich über die Zeit auch auf unseren Mützen absetzte.

San Francisco - Golden Gate Bridge

San Francisco - Muir Woods

So ging eine schöne Woche leider wieder einmal viel zu schnell vorbei. San Francisco stellte sich dabei als eine deutlich vielseitigere Stadt heraus, als zuerst angenommen! Die Stadt, das Meer und das Grüne liegen dort nie weit auseinander!

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