Wie ich die HARIBO Waldgeister beinahe nach Neuseeland brachte

HARIBO ist die Gummibärchenmarke schlechthin in Deutschland und auch in Neuseeland nicht unbekannt. Nachdem wir die zähen Süßigkeiten anfangs nur vereinzelt gesehen haben, findet man sie inzwischen in fast jedem Supermarkt. Nur leider ist die Auswahl nicht sonderlich groß. Um genau zu sein, gibt es in Neuseeland momentan exakt fünf Sorten: Goldbears, Sour Goldbears, Starmix, Fruitmania und Tangfastics. Wie die im Deutschen heißen, bin ich mir jetzt nicht ganz sicher, aber darum geht es auch nicht. Der Punkt ist, mehr Auswahl ist immer besser!

Neulich schickte mich dann meine Chefin zusammen mit ein paar Kollegen auf die Auckland Food Show. Das ist eine Messe in den ASB Show Grounds, auf der die Lebensmittelhersteller des Landes ihr Waren und vor allem die neuen Produkte vorstellen. Am Wochenende gehen auch viele Familien hin, aber wir hatten das Glück am Donnerstag noch vor dem ganzen Ansturm zu kommen. Neben vielen veganen Produkten und Bio-Lebensmitteln, da geht der Trend wohl hin, war ein winziger HARIBO-Stand im Eck versteckt.

Ich ging selbstverständlich hin und freute mich wie ein kleines Kind. Sofort wurde mir ein Päckchen Goldbären geschenkt und man kam ins Gespräch. Ich wollte wissen, ob es in Zukunft mehr Sorten geben würden. Die Frau, die nicht direkt bei HARIBO arbeitete, sondern bei einer Import-Firma, die auch noch andere Marken vertreibt, sprang gleich drauf an und fragte, welche Sorte ich denn gerne hätte. Die Frage überrumpelte mich und ich sagte, dass ich das erst einmal mit der deutschen Gemeinde in Auckland besprechen wollte. Bei mehr Leuten zieht das Argument vielleicht besser. Sie gab mir ihre Karte und ich versprach, mich zu melden.

Ein paar Tage später beschloss ich, die Waldgeister vorzuschlagen, weil die Geschmacksrichtung „Waldmeister“ in Neuseeland zwar völlig unbekannt ist, aber dennoch immer gut ankam, wenn ich beispielsweise Waldmeisterlimonade oder Waldmeister-Cheesecake mitbringe. „The weird green flavour from Germany“ nennen es meine Kollegen, denn mit dem englischen Begriff „Sweet Woodruff“ kann hier auch keiner was anfangen.

Da Waldmeister doch etwas exotisch ist, nannte ich Pico Balla als zweiten Favorit. Die sind immerhin so ähnlich wie die Himbeer-Lakritz von RJ’s oder die Stangen von Darrell Lea. Somit nicht ganz so fremd für den potenziellen neuseeländischen Kunden.

Meine Email schickte ich voller Hoffnung sogar von meiner Geschäfts-Email-Adresse ab, um dem Ganzen mehr Nachdruck zu verleihen. Immerhin bin ich aus der Branche und kenne mich mit den aktuellen Trends aus.

Wie ich die HARIBO Waldgeister beinahe nach Neuseeland brachte

HARIBO Tangfastics – Ein Wortspiel aus „fantastic“ und „tangy“, also sauer

Drei Wochen später war mein Postfach immer noch leer und ich war sehr enttäuscht, dass die Frau sich immer noch nicht gemeldet hatte. Ich schrieb noch einmal und fragte freundlich, ob sie meine Email überhaupt bekommen hätte. Und siehe da! Zwei Tage später bekam ich eine Antwort!

Die Frau sagte, sie hätte auf den Besuch des Australasia Managers gewartet, welcher letzte Woche stattfand, bei dem sie das Anliegen besprochen hätten. Leider hätten sie das Problem, dass auf den neuseeländischen Verpackungen andere Pflichtangaben vorgeschrieben seien wie in anderen Ländern. Deswegen könnten sie nicht einfach die Verpackungen nehmen, die in England verkauft werden. Und um extra Tüten nur für Neuseeland zu bedrucken, ist der Absatzmarkt zu klein. Das lohne sich finanziell nicht.

Ich fand es sehr nett, dass sie mir doch noch geschrieben hat und, um ehrlich zu sein, war es ja auch allen von Anfang an klar, dass die nicht extra wegen mir Waldgeister in Neuseeland auf den Markt bringen. Aber einen Versuch war’s wert und amüsant noch dazu. Als Schlusswort sagte sie noch, dass sie immer an neuen Sorten arbeiten und es im nächsten Jahr sicher wieder eine Neue geben wird. Wir können also gespannt sein und halten die Augen offen!

Fun Fact: Der Slogan heißt im Englischen übrigens „Kids and grown-ups love it so, the happy world of Haribo!“ und eine Tüte mit 150 Gram kostet im Angebot zwei Dollar, also umgerechnet etwa drei Euro.

One Comment

  1. Stephan

    Bis ich wieder nach NZL komme müssen die Vampire erhältlich sein. Die Mischung von Gummibär-/und Lakritzgeschmack hat es mir schon geraume Zeit angetan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.